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von Frank Fabian

Verbotene Ägyptologie

Es ist ein Phänomen, dass in unseren Breiten bis heute (!) gewisse geschichtliche Erkenntnisse immer noch nicht intellektuelles Allgemeingut geworden sind. So sind etwa bestimmte Erkenntnisse der Ägyptologie noch immer nicht in das Bewusstsein von Otto Normalverbraucher gedrungen, wobei man hinzufügen muss, das speziell mit zwei Einsichten hinter dem Berg gehalten wird, die an Brisanz nicht zu überbieten sind. Worum handelt es sich bei diesen zwei Einsichten, die unseres Erachtens nur unter der Rubrik „Verbotene Ägyptologie“ kategorisiert werden können? Nun, es handelt sich möglicherweise um die beiden größten Geheimnisse der gesamten Geschichtswissenschaft.

DIE ENTSTEHUNG DER ÄGYPTOLOGIE oder DIE ENTWICKLUNG EINER WISSENSCHAFT

Nehmen wir also die Spur auf und suchen wir, hinter das erste Geheimnis zu kommen, das untrennbar verknüpft ist mit der Ägyptologie. Die Ägyptologie ist eine verhältnismäßig junge Wissenschaft, wiewohl sie sich mit den ältesten Zeugnissen der menschlichen Kultur beschäftigt. Sie erforscht die altägyptische Hochkultur, die offiziell angesetzt wird mit dem 5. Jahrtausend vor Christus und die mit dem 4. Jahrhundert nach Christus endet, als die Römer also Ägypten beherrschten. Ein unvorstellbar langer Zeitraum mithin! Sie beginnt, wenn wir vorgeben, Athanasius Kircher (1601 – 1680) nicht zu kennen, mit der Ägyptischen Expedition Napoleons, im Jahre 1798 also, der zahlreiche Ingenieure, Zeichner, Übersetzer, Kartographen und Gelehrte mit sich führte, von denen besonders einer die Welt der Wissenschaft vollständig revolutionieren sollte: Francois Champollion. Champollion gelang es als erstem, die rätselhaften Hierogylyphen zu entziffern, (hieros bedeutet heilig, glyphein = eingraben), die „heiligen (eingegrabenen oder eingemeißelten) Schriften der alten Ägypter also, deren Entzifferung deswegen den Bemühungen vieler Gelehrter so lange widerstanden hatten, weil sie zum ersten eine Bilderschrift sind, sprich die Zeichen geben in graphischer Form einen Gegenstand wieder, zum zweiten weil sie gesprochene Laute nachahmen und weil sie zum dritten bereits den Übergang zur Silben- und Buchstabenschrift markieren, wie wir sie heute kennen. Mit anderen Worten: drei verschiedene Methoden, Sprache aufzuzeichnen, (Bilder, Laute und Buchstaben) wurden in kunterbunter Kombination verwendet. Es erforderte ein Genie wie Champollion und den Stein von Rosette, um den alten Ägyptern auf die Schliche zu kommen. Zunächst entdeckte Champollion einen Obelisken (= eine vierkantigen, in einer Spitze endende Säule), in dem diese geheiligte Steinschrift eingemeißelt war, wobei zudem am Fuße der Säule eine griechische Übersetzung gratis mitgeliefert wurde, was natürlich unendlich hilfreich bei der Entzifferung war. Aber der Fund aller Funde war der Stein von Rosette, eine große schwarze Steinplatte, die an einem Nilarm gefunden wurde und die Schriften in drei Sprachen enthielt: die hieroglyphische Schrift, die demotische Schrift  (eine volkstümliche Schreibweise der alten Ägypter, die also das einfache Volk benutzt hatte, griech. demos = Volk) und erneut die griechische Schrift. Man sprach von der Entdeckung des Jahrhunderts! Es dauerte trotzdem noch zwanzig Jahre, bis das gesamte ägyptische Alphabet von Champollion entziffert worden war. Dann aber erstand eine verloren geglaubte Welt plötzlich wieder neu vor den Augen aller auf: Ägypten wurde wieder lebendig, die Toten stiegen gewissermaßen aus ihren Gräbern und begannen zu reden, und die Ägyptologie war geboren. Ein unvorstellbarer Triumph! Jetzt konnte man sich daran machen, die Geheimnisse des alten Ägyptens der Vergessenheit zu entreißen, jetzt konnte man den sagenhaften Legenden, die man andeutungsweise in den altgriechischen Schriften gefunden hatte, endlich auf den Grund gehen. Die Gelehrtenwelt jubelte und tanzte auf den Tischen.

WISSENSCHAFT, DIE WISSEN SCHAFFT

Aber ach, wer in einem unendlichen Taumel des Überschwanges geglaubt hatte, mit der Entzifferung einer Schrift sei alles gelöst, der wurde zunächst gründlich enttäuscht. Noch immer sahen sich die Gelehrten unendlichen Problemen gegenüber. Es existierten zahlreiche ägyptische Sprachen und Schriften, und so wie wir heute zwischen Althochdeutsch (ca. 810 – 1100), Mittelhochdeutsch (ca.1100– 1500 n. Chr.) Frühneuhochdeutsch (=16. Jahrh., Luther!) und dem neuhochdeutschen Gegenwartsdeutsch unterscheiden (die zahllosen Dialekte verschweigen wir wohlweislich, um die Materie nicht noch weiter zu komplizieren), so unterscheiden heute Gelehrte ebenfalls zwischen verschiedenen ägyptischen Sprachen, mindestens sechs an der Zahl, die wir zu unserer und unserer Leser Erleichterung nicht alle aufzählen wollen.

Die Probleme hatten gerade erst angefangen, denn alle diese verschiedenen Sprachen wollten entziffert werden, und wenn man sich vorstellt, dass gerade erst vor kurzem die Bilder-Schrift der Mayas (=ein indianische Hochkultur in Mexiko und Südamerika,  ca. 2000 v. Chr. bis 900 n. Chr.) entziffert wurde (im 21. Jahrhundert, mit all unseren Computern und raffinierten Dechiffriermethoden, die uns heute zur Verfügung stehen!), so gewinnt man einen kleinen Einblick in die Hürden, die solchen Leistungen gegenüberstehen. [Die Maya, nur am Rande, verwendeten verschiedene Bildzeichen etwa für das „u“, sie verwendeten zahlreiche Bildzeichen für einen einzigen Vokal, was die Entzifferung dieser indianischen Schrift so unendlich kompliziert machte.] Wie auch immer, der Wettlauf um das esoterische Wissen der alten Ägypter hatte also gerade erst begonnen.

Weiter war die Ägyptologie in ihren Anfängen keineswegs eine wohl etablierte Wissenschaft, so wie man sich das heute vorstellt. Die feine Gesellschaft (unter anderem im England des 19. Jahrhunderts) ließ es sich zwar angelegen sein, snobistisch ein paar Ausgrabungen zu finanzieren, denn das gehörte zum guten Ton, damit man bei einer Abendgesellschaft als Höhepunkt eine Mumie auswickeln konnte, aber von einer wirklich systematischen Sorgfalt konnte keine Rede sein. Amateurhafte Ausgrabungsversuche standen jedenfalls am Anfang dieser Wissenschaft, heute spricht man lächelnd von Gentlemen-Archäologie.

Etwa ab dem Jahre 1898 kam erstmalig der Einsatz von Röntgenstrahlen zum Einsatz, mit der etwa die Mumie von Pharao Ramses durchleuchtet wurde. Damit wies man unter anderem die nachträgliche Ausstopfung seiner Nase nach, der man ein Samenkorn auf den Nasenrücken gesetzt hatte, um den charakteristischen Höcker nach der Austrocknung nachzubilden. 1922 entdeckte Howard Carter in einem aufsehenerregenden Fund das Grab des Pharao Tut-anch-Amun, ein Ereignis, das die gesamte Weltpresse beschäftigte und den Gerüchten um die geheimen Mächte der alten Ägypter neue Nahrung gab, denn viele Ausgräber starben auf unerklärliche Weise während dieses Unternehmens.

Wenig später schossen viele universitäre Einrichtungen wie Pilze aus dem Boden: die Ägyptologie wurde hofffähig. Grab- und Statueninschriften, Rituale und Festkalender, Hymnen und literarische Erzählungen auf Papyrus und Kalksteinscherben wurden entziffert, genauso wie Verträge, Briefe, Notizen, und Gerichtsprotokolle. Das Gesichtsfeld weitete sich unendlich. In Deutschland konzentriert man sich bis heute auf die sprachwissenschaftlichen Aspekte und die Bauforschung, in England stehen Ausgrabungen nach wie vor im Vordergrund. Die Ägyptologie wird heute an 16 deutschen Universitäten gelehrt, sie ist besonders stark in Frankreich vertreten, existiert aber auch an anderen Universitäten Europas sowie in Amerika, China, Japan, Australien und selbstverständlich in Ägypten selbst. Trotzdem ist es bis heute verabsäumt worden, auf folgende Ungereimtheiten aufmerksam zu machen.

DER KAMPF DER GELEHRTEN

Die Ägyptologie, und das ist bisher in dieser Offenheit kaum gesagt worden, ist keine Wissenschaft. Es handelt sich um den geradezu verzweifelten Versuch, Daten und Fakten zusammenzutragen und zu einem halbwegs geordneten Ganzen zusammenzufügen. Aber man stelle einmal folgende Fakten in Rechnung, und bilde sich danach sein eigenes Urteil:

1. Zahlreiche altägyptische Quellen (in Ägypten selbst und in den Museen der Welt) sind nach wie vor unbearbeitet und nicht übersetzt. Weiter werden beinahe jedes Jahr neue wichtige Quellen entdeckt.

2. Die Ägyptologie umfasst einen Zeitraum von 5 ½ Jahrtausenden – eine schier unendlichen Zeitraum für einen Historiker, denn selbst die besten Spezialisten unter ihnen überblicken selten mehr als ein paar Hundert Jahre. [Wir glauben nebenbei bemerkt, zusammen mit einigen wenigen Gelehrten, dass die Ägyptische Geschichte noch sehr viel weiter zurückreicht und mindestens 20.000 Jahre alt ist!]

3. Nach wie vor orientiert sich die Liste der Pharaonen (Pharao bedeutet wörtlich großes Haus oder großer Tempel, ganz Ägypten wurde als der Tempel des Pharaos angesehen) an den Schriften eines ägyptischen Priesters namens Manetho. Aber die Originale sind verloren und sind uns nur durch Zitate aus dem ersten bis achten nachchristlichen Jahrhundert überliefert.

Die alten Ägypter teilten die Zeit nicht wie wir Heutigen nach der Umdrehung der Erde um die Sonne ein, sondern nach Dynastien, nach ihren Königen oder Pharaonen also. Mit anderen Worten, die gesamte ägyptische Chronologie fußt auf einem Priester, der vor ein paar Tausend Jahre lebte, von dem andere abschrieben! Von Genauigkeit kann also keine Rede sein. [Deshalb werden ägyptische Chroniken bis heute ständig geändert, und die Gelehrten hören nicht auf zu streiten – aber das haben sie in der Geschichte schon immer getan.]

4. Die Existenz der frühesten Pharaonen kann deshalb nicht mit Sicherheit eruiert werden. Der früheste bekannte Pharao hieß angeblich

Oryxkopfstandarte. Der Begriff Oryx bezeichnet spezielle Antilopengattungen mit schwarzen Markierungen im Gesicht und langen, spitzen Hörnern. Eine Standarte ist eine Flagge, die vor Staatsoberhäuptern hergeführt wird. Vielleicht benutzte dieser der erste Pharao der Geschichte also eine Antilopenmaske oder ließ ein Antilopenbild vor sich hertragen. Die weiteren Pharaonen hießen u. a. „Fingerschnecke“, „Fisch“, „Elefant“, „Stier“, „Storch“, „Skorpion I.“, „Falke I.“, „Doppelfalke“ usw. Aber nichts ist sicher. [Man nimmt heute an, dass rund 300 Pharaonen im Laufe der ägyptischen Geschichte existierten, aber wir glauben, mit dieser Zahl wird zu kurz gegriffen.]

4. Nicht selten wurde ein (Pharao-)Name nur durch ein Gefäß überliefert, auf dem er eingeritzt war oder durch einen Siegelabdruck. Mit anderen Worten: Die Methoden der Ägyptologie, so intelligent und bemerkenswert sie teilweise sind,

können eines mit Sicherheit nicht für sich beanspruchen: stets der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Ebenso gescheite wie abenteuerliche Schlussfolgerungen werden aus winzigen Details gezogen, denn jeder Gelehrte will ein Stückchen Unsterblichkeit ergattern. Was also wissen wir wirklich? Um es mit den Worten eines deutschen Komödiendichters, Karl Valentin, auszudrücken: „Nichts Genaues weiß man nicht.“

5. Die Herren Ägyptologen widersprechen sich heute intensiver und häufiger als Politiker vor einer Wahl. Es wimmelt von abweichenden Behauptungen in den Texten der Wissenschaftler, alle naslang wird eine neue Theorie schick und modern, alte Behauptungen werden umgestoßen und neue erblicken das Licht der Welt, Chronologien werden heute modern und landen morgen schon wieder auf dem Abfallhaufen der Geschichtswissenschaft. Es ist also Zeit, dass wir ein wenig den Respekt verlieren vor dem hehren Begriff der „Wissenschaft“, wiewohl man auf der anderen Seite vielen ernsthaften Gelehrten Respekt bezeugen muss, alles andere wäre Hybris. Trotz dieses Kampfes, der allenthalben tobt, wurden jedoch die beiden wichtigsten Geheimnisse der alten Ägypter bis heute nicht in ausreichendem Umfang bekannt gemacht. Lassen wir die Katze aus dem Sack.

DIE OFFIZIELLE BIBLISCHE WAHRHEIT

Vergessen wir nicht: Unsere Geschichtswissenschaft, selbst in unserem ach so gelehrten Deutschland, fußt noch immer auf einem Bild, das weitgehend geprägt ist von der christlichen Geschichtsschreibung. Rund 1700 Jahre lang oblag die Historiographie christlichen Priestern, die im Prinzip gerade einmal die Geschichte Roms und Griechenlands gelten ließen und natürlich die Geschichten der Bibel, des Alten Testamentes, denn nur das passte ins Bild, nur so konnten die Gläubigen bei der Stange gehalten werden. Wenn wir jedoch das Alte Testament genau durchforschen, mit den Augen eines Historikers, der die Geschichte Ägyptens kennt, so fällt uns sofort auf, wie viel hier abgeschrieben wurde, gestohlen wollen wir nicht sagen, es klänge zu  unfein. Machen wir die Probe aufs Exempel:

♦ Angeblich ist der Eingottglaube weit der Vielgötterei überlegen, und angeblich waren es die frühen Juden, die diese Betrachtung erstmalig anstellten. Diese Behauptung findet man in 1000 theologischen Büchern. Davon abgesehen, dass die Vielgötterei möglicherweise psychologisch leichter verdaulich ist als der Glaube an einen einzigen, übermächtigen, allwissenden, zornigen, wütenden Gott, ist diese Behauptung falsch. Die Eingottlehre wurde erstmalig in Ägypten erfunden, und zwar von Echnaton, einem Pharao, der alle früheren ägyptischen Götter von ihrem Thron stieß, die Priesterkaste entmachtete, ihnen sozusagen die Nägel kurzschnitt und nur einen Gott gelten ließ: Aton, den Sonnengott. Viele Gelehrte gehen heute davon aus, dass seine Gottesgesänge unter anderem den biblischen Psalm 104 als Vorbild dienten, wenn nicht mehr! Auch unter Pharao Amenhotep III. gab es bereits monotheistische Hymnen, aber Echnaton hing ganz zweifellos der Eingottlehre an. Wer also diese „Entleihungen“ des Judentums zu leugnen versucht, befindet sich ganz einfach nicht auf der Höhe der wissenschaftlichen Forschung.

♦ Die Sprüche Salomons stammen, wie man heute weiß, nicht allein von Salomon, dem weisen, jüdischen Herrscher. Historiker wie Will Durant haben festgestellt, dass sie manches der ägyptischen Literatur schulden. Wir müssen also auch hier davon ausgehen, dass wir es nicht nur mit jüdischen, sondern zumindest teilweise mit ägyptischen Weisheiten zu tun haben. Und das nimmt im Grunde genommen nicht Wunder: Die höchsten Erkenntnisse wurden erstmals von ägyptischen Wesiren, Schriftstellern und Gelehrten formuliert, Ägypten war vormals das intellektuelle und kulturelle Zentrum der Welt! Der Weltmacht Ägypten dienten die Juden jedoch lange Zeit als Sklaven, jedenfalls wenn wir ihren eigenen Schriften Glauben schenken. Undenkbar, dass sie nicht von ihnen lernten!

♦ Die Erzählung vom Paradies tritt bei vielen Völkern auf, auch bei den Ägyptern. Es ist wahrscheinlich, dass diese Idee von den Ägyptern auf die Juden niedergekommen ist, denn immerhin verbrachten sie eine lange Zeit in Ägypten. Die Ägypter wurden von den Juden glühend beneidet, und so ist es wahrscheinlich, dass sie vieles übernahmen, willentlich und wissentlich oder auch unbewusst. Selbst der Name Moses, des größten Lehrers der Juden, besitzt auch eine ägyptische Bedeutung! Moses bedeutet „mein Sohn“ auf ägyptisch und ist möglicherweise mit dem ägyptischen Namen „Ahmose“ verwandt.

♦ Bestimmte medizinische Kenntnisse, die bei den Ägyptern hoch entwickelt waren, scheinen die Juden den Ägyptern zu verdanken. Wenn wir von den verschiedenen Plagen hören, die Ägypten heimsuchten, so erkennen wir, dass die jüdischen Zauberer offenbar mit den ägyptischen Zauberern wetteiferten. Aber alle Plagen und alle Krankheiten mussten geheilt werden, und so lernten die Juden wahrscheinlich von den Ägyptern auch die Heilkunst.

♦ Ra, Amun und ein dritter Gott wurden in Ägypten früh zur dreifaltigen Göttlichkeit ernannt oder als die Verkörperungen eines einzigen mächtigen Gottes gesehen. Nicht die Juden, aber die Christen übernahmen später diese „heilige Dreifaltigkeit“, die also ebenfalls ägyptischen Ursprungs ist, wenn wir von indischen Quellen absehen.

♦ Die Ägypter waren die ersten, die der Unsterblichkeit der Seele ein immenses Gewicht beimaßen. Ein unvorstellbarer Aufwand wurde betrieben, damit es die Seele im Jenseits gut antraf. Auch hier hörten die Juden genauestens zu, als sie ihre eigenen „heiligen Schriften“ verfassten. Wie viel konkret übernommen wurde, kann man nur erahnen.

♦ Der Begriff der „Sünde“, von dem die Juden geradezu besessen waren, wurde bei den Ägyptern geboren. Zahlreiche ägyptische Schriften verraten uns eine ähnliche Denkweise. Man könnte sogar von einer Vorformulierung der zehn Gebote sprechen, da bereits in Ägypten gegen Ehebruch, Betrug, Diebstahl, die Lüge und Ehrfurchtslosigkeit gegenüber Gott mobil gemacht wurde. Sogar den Ablasshandel gab es bereits im alten Ägypten!

♦ Die ägyptische Literatur ist voller Wunder, nicht anders als die jüdische Literatur. Auch hier gibt es Magiere, die Gliedmaßen wieder anwachsen lassen können, heilen, Tote zu neuem Leben erwecken, Regen hervorbringen oder das Steigen des Stromes verursachen können. Wahrscheinlich sind viele „jüdische“ Wunder einfach von ägyptischen Wundern abgekupfert und recyclet worden. Und so könnte man fortfahren und fortfahren.

UNSERE WAHRE TRADITION

Man wäre ein Kind vollständiger Naivität, wenn man nicht den Einfluss Ägyptens auf die Juden (und in der Folge auf das Christentum und also unsere Kultur) feststellen würde, denn die Beweise sind erschlagend. Es ist undenkbar, dass die Juden nicht von den Ägyptern abschrieben oder „lernten“. Das aber bedeutet, dass wir umdenken und uns neu orientieren müssen. Unsere Kultur, die angeblich so stark vom Judentum geprägt ist, besitzt in Wahrheit ganz andere Urgründe: eben ägyptische. Natürlich war den christlichen Geschichtsschreibern nicht im Geringsten daran gelegen, auf ägyptische Quellen zu verweisen. Um Jesus Christus in den Mittelpunkt zu rücken, durfte allenfalls Judäa als „Urvolk“ genannt werden, alles andere hätte die Legende und den Glauben zerstört. Und so wurde Ägypten im Grunde genommen fast zweitausend Jahre lang totgeschwiegen. Vergessen wir nicht: Während des Mittelalters (ca. 500 – 1500 n. Chr.) kannten wir Ägypten nur als eine römische Kolonie. Während der Renaissance, im 16. und 17. Jahrhundert, nahm man in unseren Breiten schließlich an, die Kultur habe in Griechenland ihren Anfang genommen, von der Bibel immer abgesehen. Selbst während der Aufklärung, im 18. Jahrhundert, als viele christliche Geschichtsschreiber entmachtet und auf das rechte Maß zurechtgestutzt wurden, schaute man allenfalls nach China oder Indien, Ägypten wurde immer noch ignoriert, man konnte die Hieroglyphen nicht entziffern. Erst als Napoleon in Ägypten einmarschierte und Champollion auf den Plan trat, wurde Ägypten allmählich real, vorher kannte man das Land allenfalls ein wenig aus der Bibel, wo es ständig geschmäht wurde. Wir kennen Ägypten also gerade einmal seit zwei Jahrhunderten! Gleichzeitig haben wir gesehen, wie fragil noch immer die Ägyptologie ist, die als Wissenschaft gänzlich am Anfang steht und deren heutige Thesen und momentaner Wissenstand in weiteren zwei Jahrhunderten wahrscheinlich genauso belächelt werden wird, wie wir heute die ägyptische Gentlemen-Archäologie des 19. Jahrhunderts belächeln. Mit anderen Worten: Wir können uns, was die Ägyptologie angeht, noch auf viele Überraschungen gefasst machen!

Wiederholen wir also: All das bedeutet, dass wir umdenken müssen! Unsere Kultur fußt eben nicht in erster Linie auf Judäa, das bei uns in Form des Christentums Eingang fand, sie fußt in einem ungeahnten Ausmass auch auf Ägypten, das wir vielleicht noch nicht einmal zu einem einzigen Prozent, so unsere Schätzung, wirklich wissenschaftlich erfasst haben. Wir müssen also unsere Wurzeln woanders suchen, abseits der Quellen, die uns bislang so wohlfeil angeboten wurden! Wir müssen unseren Blick nach Ägypten richten.

Auszug aus dem Buch: “Geschichtsfälschungen”/ Die Größten Fälschungen der Geschichte, von Frank Fabian. Erscheint bei Bassermann im April 2013, ab diesem Zeitpunkt erhältlich in jeder guten Buchhandlung